Fachlexikon A-K

Amalgam

Veraltetes Füllungsmaterial aus Silber und Quecksilber, sollte generell nicht mehr verwendet werden. Bei Anzeichen von Randspalten oder Abnutzung sollte das Amalgam zeitnah entfernt und durch  zahnfarbene Materialien ersetzt werden. Die Entfernung von Amalgam sollte grundsätzlich zum Schutz vor unbeabsichtigtes Verschlucken, mit einem Schutzgummi ( Kofferdam) angewendet werden.   In einigen Ländern ( z.B. Schweden) gilt Amalgam als Sondermüll und ist entsprechend zu versorgen.

Cerec

Cerec: ist ein Verfahren zur computergestützten, direkten Herstellung von gefrästen Keramikrestaurationen welche in einer Behandlungssitzung hergestellt und eingesetzt werden. Da alle Keramikversorgungen mit der Zahnsubstanz verklebt werden, kommt auch hier immer ein Kofferdam( Schutzgummi) zum Einsatz, um Speichel und Mundbakterien abzuhalten.

Composite

Composite: bezeichnet ein hochwertiges zahnfarbenes Füllungsmaterial welches bei Zahnhalsfüllungen, Frontfüllungen und kleineren Seitenzahnfüllungen zum Einsatz kommt. Im Gegensatz zu den alten nicht mehr erhältlichen Kunststoffüllungen ( = 100% Kunststoffanteil) , besteht der Hauptanteil der Composits ( bis zu 80%) aus keramischen Micropartikeln, welche dem Material ein breites Anwendungsspektrum in der restaurativen Zahnheilkunde ermöglichen.

Ergebnisqualität

Simulation des ästhetischen und funktionellen Endergebnis in der Vorbehandlungsphase durch das Wax up und Mock up Verfahren. Dadurch kann der Patient seine persönlichen Wünsche zu seinem neuen Lächeln einbringen.

Eckzahnführung

Eckzahnführung: bezeichnet den Kontakt der oberen und unteren Eckzähne bei Seitenzahnbewegungen zueinander und sollte bei jeder Erstuntersuchung auf optimale Funktion überprüft werden. Eine stabile Eckzahnführung verhindert mögliche Frühkontakte und Überbelastungen von Seitenzähnen und Frontzähnen. Bei jeder kieferorthopädischen Versorgung gilt eine stabile Eckzahnführung zu den wichtigsten Behandlungszielen.

Ganzheitliche Zahnmedizin

Ganzheitliche Zahnmedizin untersucht und berücksichtigt sämtliche zahnmedizinischen Aspekte in Kombination mit allgemeinmedizinischen Zusammenhängen. Vor allem Infektionen in der Mundhöhle verursacht durch Mundbakterien, können eine Immunabwehrreaktion des Körpers auslösen und wirken damit schädlich auf den Gesamtorganismus. Weiterhin können sich auch Funktionsstörungen der Zähne auf andere Strukturen des Körpres auswirken und damit schädigende Auswirkungen haben. Daher sollte bei allen Untersuchungen das komplexe System der Mundhöhle ganzheitlich befundet werden.

Gingivitis

Gingivitis: oberflächige Zahnfleischentzündung mit Zahnfleischbluten und vertieften Zahnfleischtaschen ohne Knochenverlust. Wird die schädigende Plaque nicht entfernt kommt es zu einer Parodontitis.

Innovationen in der Zahnmedizin

Qualitätsverbesserungen sind nur auf der Grundlage von Innovationen möglich, dabei sollten alle im Bereich der Gesundheitsberufe Tätigen sich aktiv an Weiterentwicklungen beteiligen. Häufig entwickeln sich Innovationen aus den gemachten Erfahrungen aus anderen Fachbereichen, wie zum Beispiel der Anwendung und den revolutionären Möglichkeiten der mikroskopgestützten Endodontie ( Wurzelkanalbehandlungen). Sämtliche Verbesserungen sollten in Zukunft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um einerseits das Gesundheitsbewußtsein zu erhöhen und um auch die Unterstützung für Zukunftsförderung zu erhöhen.

Implantatdesign

Implantatdesign der künstlichen Zahnwurzel durch Einsatz der Vollkeramik.

Intraoralkameras

Mundkameras ermöglichen eine bis zu 40 fache Vergrößerung und sollten als Qualitätstool grundsätzlich in der Zahnmedizin angewendet werden. Vor allem bei der Untersuchung von Zähnen und Zahnfleisch ist die Dokumentation von Bildern absolut notwendig und sinnvoll. Die in einer Bilddatenbank abgespeicherten Bilder dienen dann einer optimalen Kommunikation mit dem Patienten. Gleichzeitig können auch im Rahmen der Therapie einzelne Behandlungsschritte jederzeit in 40 facher Vergrößerung begutachtet werden.

Keramik

Keramik : ist ein schmelzähnlicher Füllungswerkstoff ( in Bezug auf Härte und Zahnfarbe) und kommt der Beschaffenheit eines Zahnes sehr nahe. Einsatzgebiet sind alle größeren Defekte im Seitenzahnbereich, vor allem auch bei Austausch von alten Amalgamfüllungen. Vorteil sind langfristige Haltbarkeit und eine stabile Kaufläche mit dadurch gesicherter Kieferlage.

Kunststoffüllungen

bezeichnet einen veralteten Füllungswerkstoff, welcher heute nicht mehr zum Einsatz kommt, da dieser sich bei längerer Kaubelastung stark abgenutzt hat. Wird leider häufig fälschlicherweise mit dem modernen Füllungswerkstoff Composite verwechselt und benannt.

Kofferdam

Kofferdam: bezeichnet einen Schutzgummi der über die Zähne gezogen wird, dieser schützt den Zahn vor Speichel und Mundbakterien. Der Kofferdam wird schon seit fast 100 Jahren in der Zahnmedizin verwendet und stellt ein sehr wichtiges Qualitätskriterium dar. Bei fast allen zahnfarbenen Füllungstherapien sollte diese Schutzgummi verwendet werden, bei allen Seitenzahnfüllungen ( Keramikrestaurationen oder Compositefüllungen) bei denen eine Qualitäts-Gewährleistung gegeben wird, muss dieses Hilfsmitteln ausnahmslos verwendet werden.

Fachlexikon L - Z

Laserzahnmedizin

Laserzahnmedizin:bezeichnet die Anwendung eines Lasers in der Zahnmedizin. Hauptanwendunggebiete sind minimalinvasive Therapien bei chirurgischen Eingriffen. Weitere Studien in der Zukunft werden zeigen ob der Laser das Potenzial hat den Einsatz des Bohrers zu ersetzen.

Lupenbrille

Die Lupe wird auf einer herkömmlichen Brille integriert und ermöglicht eine bis zu 4- fache Vergrößerung. Eine höhere Vergrößerung ergibt automatisch eine verbesserte Diagnostik und eine optimierte Behandlung und sollte daher standardmäßig bei allen Behandlungen eingesetzt werden. ( s.h auch Prinzipien moderner Zahnmedizin)

Microdentistry

Microdentistry  ist ein Synonym für alle minimalinvasiven Diagnoseverfahren und Therapieverfahren in der Zahnmedizin. Dabei ermöglicht die Anwendung des Behandlungsmikroskop in der ästhetisch-restaurativen Zahnmedizin die höchste Präzision und definiert dadurch einen neuen Qualitätsstandard.
Auf dem Weltkongress FDI der Zahnärzte in Malaysia 2001 wurde das Konzept der Microdentistry im Bereich der restaurativen Zahnheilkunde von Dr. Thorsten Jahn vorgestellt.

Parodontitis

Parodontitis: bedeutet eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates, betroffen sind das Zahnfleisch als auch der Knochen. Ursache der Infektionskrankheit Parodontitis sind auch hier Zahnbeläge und drastisch erhöhte Mundbakterien. Die Folge sind Knochenabbau und ein späterer Zahnverlust. Die durch Bakterien freigesetzten Toxine( Gifte) führen zu einer zusätzlichen Belastung des Immunsystems( eigenes Körperabwehrsystem) und zu einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt ( 2-fach erhöht= 100 % höher) und Schlaganfall ( 3-fach erhöhte= 200 % höher) Risikofaktoren sind unzureichende Mundhygiene, Rauchen, Diabetes mellitus, hormonelle Veränderungen, Übergewicht, Stress und auch ein Nichterkennen und damit eine verzögerte Behandlung der Parodontitis. In der Diagnostik der Parodontitis stehen Parodontitis-Risikotests an oberster Stelle, hier ist die Zahnfleischtaschenmessung ein erster Hinweis und wird durch weitere Untersuchungsverfahren unterstützt. Dabei wird die individuelle Infektionsaktivität bestimmt, daraus folgt eine konsequente schonende Therapie zur kompletten Beseitigung der Entzündung.

Prinzipen der Neuen Zahnmedizin

Detailierte Infos finden Sie auf dieser Seite.

Prophylaxe-Plus

Es erfolgt eine individuelle Anamnese, Bestimmung des Kariesrisikos, Bestimmung der Parameter für Gingivitis und Parodontitis. Dabei wird aufgrund der Infektionsaktivität ein Behandlungsplan festgelegt der zum Ziel hat, eine vollständige Eliminierung der Krankheit zu erzielen.

Qualitätsstandards

Die zahnärztliche und zahntechnische ausführung wird auf der Grundlage bewährter Innovation in höchster meisterlicher Güte gefertigt.

Qualitätsgewährleistung

bis 10 Jahren ( diese wird individuell anhand der bestehenden Vorbelastung, der Berücksichtigung biologischer Faktoren, vorliegender habitueller Funktionsstörungen festgelegt und ist an das individuell empfohlene Dentalhygiene-Recall gebunden. Die Gewährleistung erfolgt schriftlich und wird in der Rechnung integriert.

Qualitätsleitlinien

Qualitätsleitlinien in der Zahnmedizin  : bezieht sich auf die von der SSO ( = Schweizer Zahnärztegesellschaft) in 2000 veröffentlichten Qualitätsleitlinien ( in 2005 aktualisiert) und berücksichtigt die gesamte Zahnmedizin. Ausdrücklich wird hier hervorgehoben, das zukünftige Innovationen für die Weiterentwicklung notwendig sind.

Qualitätssicherung

Qualitätssicherung in der Zahnmedizin: Gilt als Herausforderung für alle in der Zahnmedizin Tätigen und lässt sich in Ergebnisqualität, Indikationsqualität, Prozessqualität und Strukturqualität aufschlüsseln. Dabei kommt der Ergebnisqualität der durchgeführten Versorgung eine besondere Bedeutung bei, da die Endqualität entscheidenden Einfluß auf die Langlebigkeit der idealerweise minimalinvasiven Versorgung hat. Wird das klinische Konzept fotographisch dokumentiert kann das opeartive Vorgehen minitös kontrolliert werden, etwaiige Probleme lassen sich bei bis zu 40 facher Vergrößerung analysieren und bei Bedarf kann auch ein Behandlungsmikroskop mit bis zu 20 facher Vergrößerung zum Einsatz kommen. Damit läßt sich mit maximaler Präzision ein kontrolliertes Ergebnis auch bei schwierigsten Behandlungen umsetzen.

Redentistry

Redentistry: bezeichnet alle Neuversorgungen von zahnärztlichen Maßnahmen bei Zweitversorgungen oder Drittversorgungen. Hier gilt es die Ursache für die Wiederholungsbehandlung zu analysieren, weiterhin wird der Schwierigkeitsgrad der durchzuführenden Versorgung bestimmt und mit bildgebenden Verfahren dokumentiert. Im Zuge der Therapie wird dann nach den Grundsätzen der Microdentistry minimalinvasiv behandelt. Es gilt möglichst eine vollständige Überkronung von Zähnen zu verhindern und es sollte der Zahnnerv möglichst erhalten bleiben. Der Einsatz einer Mundkamera, Lupenbrille und die Anwendung des Kofferdams ( = Schutzgummi) sind dabei zwingend erforderlich.

Schonende Zahnmedizin

Schonende Zahnmedizin: bedeutet ein maximalen Schutz von Zahnhartsubstanz und Weichgewebe bei allen zahnärztlichen Eingriffen. Ist nur zu erreichen mit den unter „ Prinzipien moderner Zahnmedizin“ aufgeführten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden.

Vollkeramik

Verwendung modernster Hochleistungskeramiken (Zirkondioxid) designed mit CAD/CAM Technologie.

Vollveneer

Rekonstruktion der Ästhetik und Funktion mit dünnsten Glaskeramiken nahe dem natürlichen Dentin.

Wurzelbehandlungen

Wurzelbehandlungen: wird erforderlich bei Verletzungen des Zahnnervs aufgrund von Karies oder Traumata verschiedener Art. Dabei spielt auch die Zahnpräparation eine große Rolle, d.h. je weniger Zahnsubstanz entfernt wird umso geringer wird die Gefahr der Schädigung des Zahnnerves ( Zahnpulpa). Daher sind alle Zahnbehandlungen minimalinvasiv durchzuführen um eine Wurzelbehandlung möglichst verhindern zu können. Ist der Zahnnerv beschädigt wird nach Anlegen eines Kofferdams die Behandlung ( Entfernen des Wurzelgewebe, Desinfektion und Abfüllen) durchgeführt. Die Verwendung eines Behandlungsmikroskopes gilt als aktueller Weltstandard und verbessert die Sicht erheblich und erhöht damit die Erfolgschancen auf über 90%.